Archiv für das Tag 'Schottland'

Apr 28 2009

Spring Break in Scotland

Autor: . Abgelegt unter Schottland

Heute fliegen wir aus dem frühlingshaften Berlin nach Edinburgh in Schottland. In Edinburgh treffen wir uns mit einem Freund, der derzeit hier studiert. Geplant für die nächste Zeit, ist eine 5-Tage Rundtour durch Schottland, mit einer hoffentlich lustigen Reisegruppe. Aber erstmal bleiben wir die ersten 3 Tage in Edinburgh und schauen uns das schmucke Staedtchen mal genauer an. Mit Ryanair fliegen wir direkt von Berlin-Schoenefeld nach Edinburgh, der Bustransfer in die City ist problemlos (ca 30 min. £3.50 p.P). Wir übernachten sehr zentral in der Nähe vom Grassmarket in dem BudgetBackpacker Hostel, es stellt sich heraus, das wir mitten in der Partyzone Quartier bezogen haben, Ohropax sollte im Reisegepäck vorhanden sein, oder man mischt sich unter den Feiernden, besonders am Wochenende laufen viele verrückte Leute hier rum. Meistens kleinere Gruppen, Frauen-Männer getrennt und sehr oft crazy gekleidet. Heute besuchen wir das Castle von Edinburgh, sehr beeindruckend, genau der richtige Einstieg um die Geschichte Schottland´s kennenzulernen. Auf dem Areal befindet sich das älteste Gebäude Edinburgh die St. Margaret’s Chapel aus dem 12.Jahrhundert und weitere interessante Sehenswürdigkeiten unter anderem die schottischen Kronjuwelen. Weiterhin kann man sich hier gut über die Könige(innen) und die Unabhänigkeitskriege gegen die Briten informieren. Wir stellen schnell fest, dass man Edinburgh überhaupt gut erlaufen kann, wir laufen vom Castle die Royale Mile zum Palace of Holyrood House hier wohnt die Queen mit Ehemann wenn Sie denn meistens einmal im Jahr im Juli nach Edinburgh kommt. Wir gehen auch durch die Gemächer, denn wann hat man schon die Gelegenheit das Schlafzimmer der Queen zusehen. Nicht weit von hier befindet sich das Schottische Parlament, was uns architektonisch sehr gefällt. Wir verschaffen uns einen Überblick über die Stadt, wir wandern durch den Holyrood Park, erklimmen den kleinen Hügel zum Arthur Seat und genießen bei Sonnenschein den Ausblick.
Heute soll nun endlich unsere Rundreise beginnen, wir treffen uns mit Friedemann um 8 Uhr am Hostel Castle Rock, denn von hier starten die Touren. Der Bus ist bis auf den letzten Platz gefüllt und nun schaukeln wir die Landstrasse zum ersten Tagesziel nach Inverness beim Loch Ness. Die Stimmung ist entspannt, wir werden von einem sehr symphatischen Busfahrer sein Name ist Niels begleitet. Man merkt schnell das er ein Vollblut-Schotte ist, er weiß eigentlich zu jedem Ort, Baum, Stein oder sonstigem eine Geschichte zu erzählen. Der erste Halt findet im Hermitage Forest statt, ein Wasserfall und Grossbritaniens höchste Bäume, Douglasien mit fast 65 Metern warten auf uns. Weiter gehts ins Städtchen Pitlochry, für eine ausgiebige Rast, nicht weit entfernt befinden wir uns danach auf einer Brücke wieder, wir sind bei Killiecrankie, hier fand 1689 eine bedeutene Schlacht zwischen den Jacobitern und Briten statt. Die Briten mussten sich zurückziehen, unter anderem auch, da sie nicht auf die Kampfmethoden der Schotten vorbereitet waren (z.B lautstark, berg hinab rennend mit Kilt (wo sie nix drunter hatten), da kann ich mir schon vorstellen, dass man als Brite irritiert war.) Ab hier bezeichnet man übrigens, alles was sich nördlich befindet als Highland und südlich davon als Lowland. Bei einem kurzem Zwischenstopp warte auf uns in der Tomatin Distillery, natürlich eine Whiskey Verkostung. Leicht angetütelt fahren wir zum Battlefield Culloden, wo fast auf den Tag genau, am 16 April 1746, eine vernichtene Schlacht zum leidwesen der Schotten stattgefunden hatte. Selbst 260 Jahre danach läuft es einen noch kalt den Rücken runter, was hier stattgefunden haben muss, wenn man die verschieden Gräber der Clans sieht. Auch dem Niels merkt man an, dass diese Niederlage eine tiefe Narbe in der schottischen Seele ist.
Gleich um die Ecke befinden sich die Clava Cairns, aus der Bronzezeit (ca. 4000 Jahre) übriggebliebene Steinkreise. Zum Abend hin erreichen wir Inverness, bevor es ins Hostel geht, fahren wir zum Loch Ness, 2 wagemutige gehen baden, wir genießen die Aussicht und die schöne Landschaft, bloß Nessie will sich heute nicht blicken lassen. Schade! Zum Abschluss des Tages gehen wir in Inverness noch in ein Pub, lauschen der rockigen Musik und trinken Strongbow, eine gute alternative zum Bier!
Heute soll es schon auf die Isle of Syke (Insel des Nebels, da wir letztes Jahr davon genug hatten, wurden wir dieses Jahr zum Glück verschont) gehen. Wir fahren früh in Inverness los, alle sind gut gelaunt und gespannt was der Tag an netten Ausblicken bringen wird. Wir befahren kleinste Straßen, kaum jemand ist unterwegs, die Ortschaften liegen weit auseinander. Immer wieder hält Niels an und wir unternehmen verschiedene Wanderungen z.B. zu einer tiefen Schlucht, mit Wasserfall und Hängebrücke. Kurz vor der Isle of Skye besichtigen wir das Eilean Donan Castle , unglaublich schön in der Landschaft gelegen, mit einer langen Geschichte, nachdem das Castle fast vollständig zerstört 200 Jahrhunderte verlassen da lag, wurde es bis 1932 wieder aufgebaut und diente in einigen Film als Kulisse.
In Kyleakin beziehen wir unser Quartier, in einem 4-Bett Zimmer, abends treffen wir uns alle in der örtlichen Bar und lassen uns mit Fish und Chips verwöhnen, ich teste Haggis,
die schottische Spezialität schlechthin, schwierig zu beschreiben, sehr würzig, vielleicht sollte man es vorher Essen bevor man weiß was da alles so drin ist, ich habe es nicht ganz geschafft aufzuessen.
Heute widmen wir uns ausschließlich der Isle of Skye, mit einer Größe von fast 1700 km2 und 10000 Einwohner, ist sie die größte Insel der inneren Hebriden. Hier gibt es eine Menge zu entdecken, mit dem Bus fahren wir nach Portree, vorher halten wir unseren Kopf noch in ein Bach, die Geschichte dazu habe ich leider vergessen, aber es soll Glück bringen! Danach wandern wir zum The Old Man of Storr, eine Fels der wie eine Nadel in der Gegend steht, er ist 50 m hoch, von weiten ist er kaum auszumachen, aber wenn man neben ihm steht, ist man winzig klein und man denkt er fällt jederzeit um. Weitere Sehenswürdigkeit ist Kilt Rock, ein Wasserfall ins Meer und als Highlight des Tages das Feen Tal (Fairy Glen) ein wirklich mystischer Ort, in sanften grünen Hügeln, die eine typische Rillenform aufweisen, daher kann man sie leicht erkraxeln. Wenn man oben steht, denkt man hat klein Schottland zu Füßen. Von dort hat man einen guten Blick auf die verschiedenen Steinkreise, die man begehen kann und am Ende legt man etwas persönliches in die Mitte um sich was wünschen und wichtig! Rückwärts wieder herauslaufen. Sehr zu empfehlen der Ort, da er auch gut versteckt ist, findet ihn auch nicht jeder!

Die letzte Station auf unserer Reise heißt Oban, eine abwechselungsreiche Busfahrt wartet auf uns! Wir befahren kleine Straßen, die Berge wachsen über sich hinaus, man könnte meinen, wir sind plötzlich in den Alpen. Der Schnee glänzt oben in der Sonne, weiter unten das intensive schottische grün. Auch hier hält der Frühling Einzug! Kurz vor Fort Williams kommt der höchste Berg, nicht nur Schottlands, sondern gesamt Grossbritaniens aus den Wolken hervor, der Ben Nevis mit 1344 Metern.
Oban ist ein beschauliches Städtchen am Atlantik gegenüber der Isle of Mull. Hier gibts auch wieder eine Distillery, die aber leider schon geschlossen hatte, sowie ein Castle und wer es noch nicht weiß, das 3.600 Kilometer lange Transatlantische Telefonkabel TAT-1 wurde am 25. September 1956 zwischen Oban und Clarenville (Neufundland) in Betrieb genommen.

Auf unserer Heimfahrt kommen wir in der Stadt Stirling am Wallace Monument vorbei. William Wallace ist bestimmt fast jedem ein Begriff, der schottische Freiheitskämpfer aus dem 13.Jahrhundert, spätestens dann aber, wenn man den Film Braveheart mit Mel Gibson gesehen hat. Zum Schluss der Reise ein weiteres Highlight, wir besuchen ein schottisches Hochland Rind, was wirklich gigantisches groß ist. Der Fahrer deckt uns noch mit ein paar Horror-Geschichtchen ein, dass wir ja nicht so dicht an seine Hörner kommen sollen und bloß nicht rückwärtsgewand sich mit ihm fotografieren lassen, jemand wurde jedenfalls schon aufgespießt… aber gefüttert haben wir ihn trotzdem.
Am späteren Nachmittag gehen alle wieder ihre Wege, wir müssen uns noch für die letzte Nacht morgen eine Übernachtung suchen, was sich als schwierig herausstellt. Heute am letzten Abend ziehen wir nochmal mit Friede durch die Kneipen am Grassmarket und reden über das erlebte der vergangenen Tage, es sind wieder viele lustige verkleidete Leute unterwegs und es ist eine ausgelassene Stimmung in den Lokalen. Wir verabschieden uns, legen uns für die letzten 5 Std. Edinburgh aufs Ohr, um 5.30 Uhr muessen wir zum Flughafen. Kurz vor 5 Uhr kommen die letzten Partygäste zu uns ins Mehrbettzimmer, wir muessen aufstehen, Guten Nacht und Tschüss Edinburgh, es war schick, wir kommen gerne wieder!!


				      					  
      			

Keine Kommentare